Der Kromfohrländer ist eine relativ junge Rasse, die in den fünfziger
Jahren in Deutschland als Zufallsprodukt entstand und danach als Familienhund
gezüchtet wurde. Er ist ein hochintelligenter, fröhlicher, lebhafter und
anpassungsfähiger Begleithund, der dazu neigt, ein Ein-Mann-Hund zu sein,
obwohl er den Rest der Familie schätzt – er wird ihnen nur nicht unbedingt
gehorchen. Als Kinderhund ist er nur bedingt geeignet: Der Kromfohrländer lässt
sich nicht alles gefallen und passt daher besser zu Kindern, die schon gelernt
haben, Hunde zu respektieren. Für die ist der aktive, verspielte Hund dann
allerdings ein wundervoller Spielkamerad, immer bereit für Abenteuer und wilde
Spiele. Er ist ein guter Wächter mit hervorragendem Gehör und bellt gerne.
Fremden gegenüber ist er misstrauisch, lässt sich aber schließlich
überzeugen. Der Kromfohrländer möchte viel laufen und muss unbedingt vom
Welpenalter an gut sozialisiert und konsequent erzogen werden. Er ist
hochintelligent und lernt ausgesprochen schnell – Manieren und Kunststücke
genauso wie er Schwächen seines Herrn sofort erkennt. Einmal vom Tisch
gefüttert, wird er das Betteln bei Lebzeiten nicht mehr aufgeben.
Er ist ein hervorragender Agility Hund mit einem guten Sinn für Humor, der
am besten zu aktiven, konsequenten Menschen passt, die seinen Witz zu würdigen
wissen – und denen er so schnell nichts übelnimmt.
Kommentar zur Rassebeschreibung:
Es gibt viele Hundebücher und fast so viele verschiedene
Rassebeschreibungen den Kromfohrländer betreffend. Die Beschreibung von
Katharina von der Leyen erscheint mir, nachdem wir nun schon achtzehn Jahre mit
dem Kromfohrländer zusammen leben, doch die Passende zu sein. Alle
aufgezählten Eigenschaften kann ich unterstreichen. Außer "er bellt
gerne". Hier kommt es darauf an, was man darunter versteht. Ein Dauerbeller
ist der Kromfohrländer nicht. Ist er aber der Ansicht, dass für Haus und Hof
Gefahr besteht, schlägt er an. Auch kommt unangemeldet keiner mehr ins Haus
oder in den Garten, wenn meine Hunde Zuhause sind. Eine Eigenschaft die wir, bei
der Suche nach dem richtigen Hund, bewusst gewählt haben.
Zu einem Rassehund gehört er nun einmal, der Standard. In ihm wird das Zuchtziel festgelegt. Für den Kromfohrländer, eine vergleichsweise junge Rasse, seit 1955 als Rasse anerkannt, bedeutet dies ein Ziel, dass in etlichen Jahren erreicht werden soll. Im Einklang mit der Gesundheit und dem Wesen dieser Hunde.
Verwendung: Begleit- und Haushund
Klassifikation FCI: Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde
Allgemeines Erscheinungsbild: Mittelgroßer Hund. Es gibt zwei verschiedene Varietäten, die durch die Haarart bestimmt werden: Rauhaar und Glatthaar.
Verhalten/Charakter: Anpassungsfähiger, lernfähiger und temperamentvoller, gegenüber Fremdpersonen zurückhaltender Begleit- und Haushund mit geringem Jagdtrieb. Aggressivität und Ängstlichkeit sind nicht erwünscht.
Haarkleid:
Rauhaar: Dichte, raue Textur, mit Bart. Haarlänge am Widerrist und auf dem
Rücken nicht länger als 7 cm. An den Seiten kürzer, etwa 3 cm. Das Haar auf
dem Rücken und an Vorder- und Hinterhand ist härter als an den Seiten. Am
Gesicht und am Fang längeres Haar. Haare an den Ohren dem Körperhaar
entsprechend. Unterwolle vorhanden, kurz und weich.
Glatthaar: Dichte, weiche Textur, ohne Bart. Haarlänge am Widerrist und
auf dem Rücken nicht länger als 7 cm. An den Seiten kürzer, etwa 3cm. Haar
gut am Körper anliegend. Die Ohren, die Unterseite des Halses und die Brust
sind länger behaart. Rute mit guter Fahne. Gute Befederung an den Rückseiten
der Vorderläufe und der Oberschenkel erwünscht. Am Gesicht und am Fang kurzes
Haar. Unterwolle vorhanden, kurz und weich.
Größe und Gewicht:
Widerristhöhe zwischen 38 cm und 46 cm
Gewicht: Rüde 11kg bis 16kg; Hündin 9 kg bis 14 kg
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Wer erwartet, nach dem studieren diverser Rassebeschreibungen, im Kromfohrländer einen Hund gefunden zu haben dessen selbst erwählte Aufgabe darin besteht ein Schoßhündchen zu sein irrt sich gewaltig!
Trotz seiner braunen treuherzigen Augen benötigt er vom ersten Tag an Erziehung. Diese zeigt sich auf keinen Fall in Härte und Kommandoton. Auf diese Art und Weise habe ich Null-Komma-Nichts einen scheuen, ängstlichen Hund der sich entscheiden muss zwischen Flucht und Angriff. Und er wird nicht unbedingt die Flucht wählen.
Sind sie eher ein ängstlicher Mensch? Der sich für nichts entscheiden kann? Der lieber selbst geführt werden möchte? Keine Verantwortung tragen möchte? Dann ist der Kromfohrländer auf keinen Fall Ihr Hund. Sie würden sich gemeinsam im Dunkeln fürchten! Ich möchte behaupten, in seiner Not würde der Hund unkontrolliert nach vorne gehen, weil er sich nicht anders zu helfen wüsste.
Wichtig ist eine ruhige, sichere, konsequente Erziehung. Das setzt voraus selbst einigermaßen so zu sein. Vor allem aber gewillt zu sein aus Fehlern zu lernen, Rückschläge als Aufgabe zu sehen und nicht daran zu verzweifeln.
Einen Hund zu prägen ist eine Aufgabe die täglich neu angegangen werden muss. All die Zeit die ich in meinen jungen Hund investiere, die vielen guten Erfahrungen die ich ihm ermögliche, das Kennenlernen von vielen unterschiedlichen Situationen kann ich später genießen indem dann nur noch kleine Korrekturen notwendig sind.
Auf eigenem Territorium neigt der Kromfohrländer schon manchmal zum Größenwahn. Nachdem meine Hündinnen selbst Junge hatten sind sie der Ansicht die ganze Gemarkung gehört ihnen. Zumindest müssten doch aber die meisten Hündinnen ihnen jetzt gewissen Respekt zollen. Das ist nicht immer einfach. Nicht zuletzt weil Hundeerziehung und Hundeerziehung nicht immer das gleiche ist. Nicht zuletzt weil so mancher Hundebesitzer der Ansicht ist "wer etwas ausweicht hat verloren".
Aber wie oben schon angedeutet, man kann es auch als Aufgabe sehen.
Trotzdem ist der Kromfohrländer ein anpassungsfähiger Hund. Hauptsache bei seinen Menschen, Hauptsache dabei. Nach diesem Motto haben wir mit drei Hunden und dem Wohnwagen Norwegen bereist, sind dabei insgesamt über 6000 km gefahren und hatten einen tollen Urlaub.
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"Robuster, gesunder Hund, bis ins hohe Alter verspielt".
Wer hierunter einen Hund versteht der sechzehn Jahre alt wird, niemals krank ist, auch keine Alterserscheinungen zeigt, sollte sich vielleicht keinen Hund kaufen, sondern ein Tier mit dem berühmten Knopf im Ohr. Und selbst hier gibt es Qualitätsunterschiede. Das klingt krass! Ist aber bewusst gesagt, denn man sollte nie vergessen, zuerst einmal ist ein Hund ein Lebewesen. Somit unterliegt er all jenen Gesetzen, denen auch wir Menschen unterliegen. Es gibt viele Kromfohrländer die bis ins Alter gesund sind, leistungsfähig und verspielt. Es gibt aber auch Kromfohrländer, die warum auch immer, die schlechteste Karte zu Beginn ihres Lebens gezogen haben die im Spiel war, häufig zum Tierarzt müssen und vielleicht schon relativ jung sterben.
Allerdings kann man nicht von rassetypischen Krankheiten sprechen. Dazu würde gehören, dass ein hoher Prozentsatz der Population an einer bestimmten Krankheit erkrankt ist. Das ist nicht der Fall.
Mit Sicherheit war vor einigen Jahren die Epilepsie ein großes Problem in der Rasse. Das ist unbestritten. Seit über zehn Jahren wird mit entsprechenden Zuchtlenkungsmaßnahmen gegen die weitere Verbreitung dieser Krankheit vorgegangen. Mit großem Erfolg. Das bedeutet aber nicht, dass kein Hund mehr daran erkrankt. Wir selbst hatten zehn Jahre einen an Epilepsie erkrankten Kromfohrländer in unserer Familie. Tamina. Natürlich wäre es uns lieber gewesen sie wäre gesund gewesen. Aber wir haben zum Einen gelernt mit dieser Erkrankung umzugehen, zum Anderen haben wir unsere Erfahrungen genutzt um anderen helfen zu können. Übrigens wurde Tamina mit zwölf Jahren nicht wegen ihrer Epilepsie eingeschläfert, sondern wegen einer Darmkrebserkrankung.
Vor gut zehn Jahren war der prozentuale Anteil an sehr alten Hunden höher als heute. Zwischenzeitlich versterben viele Hunde auch an umweltbedingten Krebserkrankungen, so dass ich persönlich davon ausgehe, dass der Kromfohrländer heute durchschnittlich zwölf Jahre alt wird.
Mit Sicherheit ist der Kromfohrländer kein "Jammerhund". Wenn es ihm auch noch so schlecht geht versucht er dies vor seinen Menschen zu verbergen und ist lange für fast jeden Blödsinn zu haben. Deshalb ist es sehr wichtig seinen Hund von Anfang an gut zu beobachten, um Veränderungen auch erkennen zu können.
Wichtig ist immer ein vertrauensvolles Gespräch mit dem Züchter Ihrer Wahl. Ich gehe davon aus, dass jeder Kromfohrländerzüchter sich mit seinen Interessenten über mögliche Risiken der Rasse unterhalten wird. Man sollte sich aber auch die Ratschläge des Züchters hinter die Ohren schreiben und nicht einfach abwinken. Absolut unterschätzt wird die Springfreudigkeit der Kromfohrländer die auch Risiken birgt. Bei einer möglichen Disposition zur Arthrose wird das Fördern dieser Springfreudigkeit ihr übriges tun!
Ziel der Kromfohrländerzucht ist, gesunde, wesensfeste Hunde! Hierfür wird schon seit vielen Jahren im Verein alles getan was möglich ist. Aber wenn man heute ein Problem erkennt, ist es unmöglich es morgen beseitigt zu haben. Manchmal dauert es Jahre oder Generationen.
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